Bankenkrise: Versicherer sollen Beteiligungen offenlegen

Investitionen der Versicherungen in Portugal, Spanien und Italien hält die Bafin für besonders problematisch.

Wie die Financial Times Deutschland (FTD) meldet, verlangt die Bundesfinanzdienstleistungsaufsicht Bafin von den deutschen Versicherern eine Offenlegung ihrer Beteiligungen an Banken. Der Hintergrund ist die Befürchtung, dass die Bankenkrise überspringen könnte.

Bereits Frühjahr 2011 ermittelte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), dass rund 55 Prozent des Kapitals von deutschen Versicherungsgesellschaften in Banken investiert ist. Nun befürchtet man dort nach Angaben der Financial Times Deutschland (FTD) ein mögliches Übergreifen der Bankenkrise auf die Versicherer. Aus diesem Grund hat die Behörde die Assekuranzen aufgefordert, bis Mitte November ihre genauen Beteiligungen an den Geldhäusern offenzulegen. Gleichzeitig müssen die Gesellschaften angeben, ob es sich dabei um gesicherte oder ungesicherte Papiere handelt. Möglicherweise, so befürchtet man in Fachkreisen, müssen die Beteiligungen dann auf Anordnung der Bundesaufsicht in Zukunft reduziert werden.

Ein Abzug des Kapitals der Versicherungsgesellschaften würde allerdings Experten zufolge die Bankenkrise nur weiter schüren, weil die Finanzinstitute es ohnehin schon schwer hätten, sich frisches Kapital am Markt zu besorgen. Vonseiten der BaFin wird dieser „Vorwurf“ jedoch zurückgewiesen. Man schreibe doch den Unternehmen nicht vor, wo sie zu investieren hätten, so eine Sprecherin. Dabei gilt das Hauptaugenmerk der Bundesaufsicht nicht einmal unbedingt Griechenland. Die dortigen Anleihen seien längst bei den Abschreibungen berücksichtigt. Das Problem seien die Anteile in Italien, Portugal und Spanien. Allein die Allianz ist hier mit 29 Milliarden Euro beteiligt.

Derzeit prüfen europäische Spitzenpolitiker, wie sich der mögliche Schuldenschnitt von Griechenland auf die Bankenkrise auswirkt, und wie man sich darauf vorbereitet. Internen Angaben zufolge könnte die Europäische Gemeinschaft (EU) zu dem Entschluss kommen, dass die rund 60 Großbanken ihr Eigenkapital um etwa 100 Milliarden Euro erhöhen müssen. Mit der Finanzierung könnte es nach Meldung der Nachrichtenagentur Reuters aber schwierig werden, da dieses Kapital nicht zu 100 Prozent aus sogenanntem „frischen Geld“ bestehen würde, sondern lediglich zu 60. Der Rest müsste aus bereits zugesicherten Milliardenhilfen an andere Staaten der EU finanziert werden.

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