Laut Berichten des Spiegels nimmt derzeit das Wirtschaftswachstum wesentlich schneller zu, als bislang prognostiziert. Schon für die Monate April bis Mai rechne man mittlerweile mit einem Wachstum von 1,5 statt wie bisher angenommen 0,9 Prozent. 
Erfreuliche Neuigkeiten ließ unlängst Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) gegenüber der Berliner Tageszeitung „BZ“ verlauten. Er sei davon überzeugt, erklärte er, dass das bisher von der Bundesregierung prognostizierte Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent am Ende des Jahres deutlich übertroffen sein werde. Wie auch der „Spiegel“ berichtete, gehe die Bundesregierung schon jetzt von einem Wirtschaftswachstum für das zweite Quartal 2010 von 1,5 Prozent aus. Bislang wurden lediglich 0,9 Prozent angenommen. Sollte sich dieser Trend weiter fortsetzen, schätzt die Regierung die Wachstumsrate auf deutlich mehr als zwei Prozent. Auch verschiedene Forschungsinstitute sowie Banken bestätigen die These.
Laut Brüderle sollen sich Konjunktur und Wirtschaftswachstum auch im nächsten Jahr fortsetzen. Den Grund sieht er darin, dass „der Konjunkturmotor über den Export angesprungen“ sei. Außerdem gehe er davon aus, dass die Arbeitslosenzahlen noch Ende des Jahres unterhalb der Dreimillionengrenze fallen werden. Mitte August will das Statistische Bundesamt erste Zahlen über das Wirtschaftswachstum in der Zeit von April bis Juni bekannt geben. Ähnlich sieht das auch Anton Börner, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA. Er erklärte in der „Rheinpfalz am Sonntag“, dass die Erwartungen in Bezug auf die Ausfuhren im ersten halben Jahr selbst die „optimistischsten Erwartungen“ übertroffen hätten.
Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums beruhe das aktuelle Wirtschaftswachstum auch auf der „starken Expansion der industriellen“ Erzeugung. Hier profitiere die Wirtschaft vor allem von den „außenwirtschaftlichen Impulsen“ und einer „Belebung der Investitionstätigkeit“. Man gehe davon aus, dass dieses Wirtschaftswachstum auch in den kommenden Monaten anhält. Ebenso werde die bessere Situation auf dem Arbeitsmarkt auch den privaten Konsum wieder ansteigen lassen. Obwohl es noch einige konjunkturelle Risiken gebe, habe sich doch der Erholungsprozess nach einem ruhigen Winterhalbjahr und einem kräftigen Konjunkturplus im Frühjahr in Deutschland weiter ausgebreitet, so das Ministerium für Wirtschaft und Technologie.
