Derzeit sind die Anlagezinsen fast überall im Keller. Das gilt auch für das Tagesgeld. Hier wird manchmal gerade mal die Inflation ausgeglichen, so Max Herbst von der FMH, einer unabhängigen Finanzberatung. Ein Vergleich bringt Klarheit.
Wer sein für den Moment nicht benötigtes Kapital in Festgeld anlegen will, sollte dieser Tage die Augen weit offen halten und immer wieder die angebotenen Konditionen vergleichen, empfiehlt Max Herbst von der FMH (Unabhängige Finanzberatung). In vielen Fällen liege der offerierte Zinssatz sogar noch unter dem des Leitzinssatzes, so der Experte. Dieser Leitzinssatz der EZB (Europäische Zentralbank) lag im Mittelwert – nicht nur für Tagesgeld – in den letzten zehn Jahren bei 2,97 Prozent. Erreicht werden beim Tagesgeld jedoch nur Zinssätze von maximal 2,34 bis 2,49 Prozent. Abhängig sind die Zinsen von der Länge der Laufzeit des angelegten Kapitals.
Derzeit liege der durschnittliche Zinssatz bei 1,08 Prozent bei einer Anlagesumme von 5000 Euro, wobei er vergangenes Jahr noch bei 1,4 Prozent lag. Einige Banken bieten jedoch beim Tagesgeld weitaus bessere Konditionen als das Gros der Finanzhäuser. Eine Ausnahme stellt derzeit unter anderem die Bank of Scotland dar, die auf Tagesgeld einen Zinssatz von 2,2 Prozent anbietet .
Nicht weniger interessante Angebote für das Tagesgeld kommen auch von der niederländischen NIBC Bank mit zwei Prozent bei 100.000 Euro Einlagensicherung. Die DAB, die Comdirect und die Volkswagenbank bewegen sich ebenfalls mit 2,1 Prozent in diesem Bereich, wobei hier die Anlagensummen divergieren. Um nun tatsächlich zu ermitteln, wie viel Prozent realer Gewinn bei der Verzinsung von Tagesgeld entsteht, empfiehlt Herbst, vom gewährten Zinssatz die aktuelle Inflationsrate von 1,1 Prozent abzuziehen. Erst, was hier darüber liege, könne als Ertrag bezeichnet werden. Daher sollten Anleger – besonders im Moment – die unterschiedlichen Zinssätze und Konditionen vor der Anlage genau prüfen.
